Sportwetten: Sportliche Faszination & existenzielles Leid dicht verwoben [13.03.25]
Diese Gruppe ist laut Experten besonders anfällig für Sportwetten. Mit markigen Werbeslogans wie „das ist unser Spiel“ soll der Eindruck erweckt werden, Sport und Wetten gehören zusammen. Die Risiken des Glücksspiels werden jedoch weitgehend ausgeblendet.
| Verbotene Praktik | Beschreibung | Rechtliche Grundlage | Beispiel für Verstoß |
|---|---|---|---|
| Ansprache Minderjähriger | Werbung, die an Jugendliche gerichtet ist oder sie anspricht | § 5a GlüStV, JuSchG | Einsatz von Influencern mit jungem Publikum |
| Irreführung | Vortäuschen sicherer Gewinne oder Verschweigen von Risiken | § 5a GlüStV, UWG | "Mit diesem Trick gewinnen Sie garantiert" |
| Aggressive Werbung | Unzumutbar aufdringliche oder belästigende Werbung | UWG | Massive Pop-ups oder unverlangte Telefonwerbung |
| Verharmlosung | Darstellung des Spiels als ungefährliche Freizeitbeschäftigung | § 5a GlüStV | "Spielen Sie einfach zum Spaß, es geht nicht um Geld" |
Die Politik will deshalb gegensteuern: Sportwetten sollen strenger reguliert und die Branche härter bestraft werden.
Geld zurückfordern – Aber wie?
Deutschland ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass der Schwarzmarkt durch eine übermäßig strenge Regulierung begünstigt wird. Daran lässt sich auch durch für sich genommen durchaus sinnvolle Regeln für Glücksspielwerbung nichts ändern. Deutsche Online-Casinos zeichnen sich durch ein niedriges Einzahlungslimit, ein niedriges Einsatzlimit, schlechte Auszahlungsquoten sowie ein begrenztes Spielangebot ohne Tischspiele und Live Casino aus. Wenn sich dies nicht ändert, werden auch in Zukunft zahlreiche Spieler ohne Werbung den Weg zu Glücksspielanbietern ohne Lizenz finden. Die staatliche Aufsicht und Kontrolle länderübergreifender Glücksspielangebote im Internet haben die Bundesländer der GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) übertragen.
IT-Forensiker ans Werk
Die Anstalt des öffentlichen Rechts hat ihren Sitz in Halle (Saale). Zentrale Aufgabe der GGL ist es, den deutschen Online-Glücksspielmarkt zu regulieren, indem sie länderübergreifende Glücksspielangebote im Internet prüft und genehmigt und dafür sorgt, dass die erlaubten Glücksspielanbieter die Regeln zum Schutz der Spielenden vor Spielsucht und Manipulation einhalten. Zudem bekämpft sie illegale Glücksspielangebote und die Werbung dafür. Im Mittelpunkt des Handelns der Behörde stehen die Gewährleistung des Jugend- und Spielerschutzes und die Verhinderung von Glücksspiel- und Wettsucht. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder stellt dabei eine einheitliche Rechtsanwendung und -durchsetzung sicher und ermöglicht Glücksspielanbietern eine cas casino in der schweiz online Betätigung unter gleichen und einheitlichen Rahmenbedingungen. So lautet der Konsens der Fachtagung des Fachverbandes Glücksspielsucht (FAGS) in Berlin, die von Donnerstag bis Freitag stattfand.
Kosten (Gebühren, Auslagen, etc.)
Aufgabe der Behörde ist es auch, Politik und Verbände bei Fehlentwicklungen zu beraten. Dazu beobachtet die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder den Glücksspielmarkt sehr genau und fördert wissenschaftliche Forschung im Zusammenhang mit Glücksspielen. Die Behörde versteht sich als Koordinierungsstelle für alle Interessensgruppen (Politik, Spielende, Glücksspielanbieter, Sucht- und Präventionsverbände) bei Fragen rund um das Thema Glücksspielwesen. Wenn jemand in Ihrem Umfeld oder Sie selbst mit glücksspielsuchtbezogenen Problemen zu tun haben, finden Sie ein umfangreiches Beratungs- und Hilfsangebot auf und Auch beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) finden Menschen mit Glücksspielproblemen Hilfsangebote. Die Seite des BIÖG bietet Betroffenen, Angehörigen und Interessierten Informationen rund um das Themenfeld Glücksspiel und Glücksspielsucht.
Wichtige Zahlen 2024 im Überblick:
Geeignete Anlaufstellen in Ihrer Region finden Sie zudem beim Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Die SPD will stärker gegen Sportwetten und illegales Glücksspiel vorgehen – doch das beißt sich mit aktuellen Plänen des FDP-Justizministeriums. Berlin – Wer im Fernsehen die Bundesliga verfolgt, kommt an Sportwettenwerbung nicht vorbei. Aufforderungen für „Ihre Wette in sicheren Händen“ oder den „sicheren Tipp für euch“ sind omnipräsent. Sie richten sich vor allem an junge, sportbegeisterte Männer. Denn wie der Bundesdrogen- und Suchtbeauftragte Burkhard Blienert (SPD) klarstellte: „Die Werbung von heute schafft die Glücksspielsucht von morgen“. Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind süchtig nach Glücksspielen. Das sind 2,3 Prozent der Bevölkerung, wie aus dem jüngst vorgestellten Glücksspielatlas hervorgeht. Weitere 3,25 Millionen Menschen zeigen erste Symptome einer sogenannten Glücksspielstörung und damit ein riskantes Glücksspielverhalten. Das bedeutet, den Spielern entgleitet langsam die Kontrolle, sie spielen häufiger und setzen mehr Geld ein. Dabei geht es nicht nur um Sportwetten, sondern auch um Spielautomaten oder Kasinos. Die Folge laut Blienert: „Menschen können Geld, Familie oder Beruf verlieren, gegebenenfalls sogar das Leben.“ Der erste Einstieg in das Glücksspiel sei die Werbung. „Werbung wirkt eben, wie man so schön sagt“, so Blienert.
Suchtbeauftragter Blienert für Werbeverbot bis 23 Uhr
In Zukunft darf nur noch Werbung für Glücksspielanbieter geschaltet werden, die eine gültige Lizenz in dem Land haben, in dem sie werben möchten. Das bedeutet beispielsweise, dass Online-Casinos mit Curaçao-Lizenz in Deutschland keine Werbung mehr schalten dürfen. Zudem gibt es für Glücksspielanbieter eine neue Zertifizierung. Die neuen Google-Regeln sollen den legalen Glücksspielanbietern einen Vorteil bringen. Wenn ein Google-Nutzer in Zukunft Werbung für einen Glücksspielanbieter sieht, sollte dies nach den neuen Richtlinien gleichbedeutend damit sein, dass es sich um einen legalen Anbieter handelt.
Werbeausgaben von Glücksspiel-Anbietern
Es muss sich aber noch zeigen, ob Google die Umsetzung der neuen Richtlinien wie geplant hinbekommt. Auf den ersten Blick mag es so aussehen, es würde Google gegen illegale Glücksspielanbieter vorgehen. Formal stimmt dies auch, aber in der Praxis spielt Google-Werbung keine große Rolle für die meisten Glücksspielanbieter auf dem Schwarzmarkt. Viel wichtiger ist die Google-Suche, die von den neuen Regeln aber nicht betroffen ist. Ein attraktiver legaler Glücksspielmarkt wäre die entscheidende Voraussetzung cas casino deutschland online bonus ohne einzahlung dafür, dass illegale Anbieter für Spieler uninteressant werden. Mehrere Teilnehmer der Tagung forderten deshalb ein generelles Werbeverbot für Sportwetten. Der Suchtbeauftragte Blienert könnte sich ein Werbeverbot vor 23 Uhr vorstellen, aktuell gilt es bis 21 Uhr. „Die Werbung trägt zur erheblichen Gefährdung der Menschen bei. Während der Fußballübertragung kann man sich ihr nicht mehr entziehen.“ Kinder und Jugendliche cas casino in deutschland online seien der Werbung „ungeschützt ausgesetzt“. Ob es dazu kommt, ist allerdings unklar. Das Werbeverbot wird im Glücksspielstaatsvertrag geregelt, den die Bundesländer unter teils intransparenten Verhandlungen beschließen. Blienert appellierte an die Länder, das Gesetz entsprechend zu ändern.
- Diskussion über ein totales Werbeverbot nach dem Vorbild anderer EU-Länder
- Wirtschaftliche Auswirkungen auf Sportverbände durch Werbeverbote
- Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zwischen Lotto, Sportwetten und Online-Casinos
- Herausforderungen bei der Durchsetzung gegenüber ausländischen Anbietern
Im Weg stehen den strengeren Regularien aber auch Pläne des FDP-geführten Justizministeriums, das Strafrecht anzupassen. Geändert werden sollen laut Eckpunktepapier unter anderem die Paragrafen 284 bis 287 StGB, in denen es um illegales Glücksspiel geht.
- Werbebeschränkungen für Glücksspielautomaten in der Gastronomie
- Lokale Werbeverbote auf Plakaten und im öffentlichen Raum
- Regelungen für Werbung in Printmedien und Fachzeitschriften
- Einschränkungen für direkte Werbung per E-Mail oder SMS
Unter illegales Glücksspiel fallen etwa Pokerrunden, Wettanbieter ohne Lizenz sowie ein Drittel aller Spielautomaten. Blienert findet es richtig, dass Spielsüchtige dadurch gewissermaßen entkriminalisiert werden.
- Verbot von Glücksspielwerbung in den öffentlich-rechtlichen Medien
- Werbebeschränkungen für Sportwetten im Fernsehen vor 21 Uhr
- Verpflichtender Warnhinweis "Spiel mit Verantwortung" in allen Anzeigen
- Verbot von Werbung, die sich gezielt an Minderjährige richtet
- Einschränkungen für Werbepartnerschaften mit Sportvereinen
- Verbot von Werbung für Glücksspiele ohne deutsche Lizenz
Aber es sei jedoch nicht nachvollziehbar, dass gleichzeitig damit auch Anbieter von illegalem Glücksspiel profitierten. „Das ist absolut kontraproduktiv, ja geradezu abenteuerlich.“ Deshalb lehnt er die Pläne ab. Neben der Werbung sollen auch die Anbieter von Glücksspiel stärker reguliert werden. Sie haben ihren Sitz in der Regel in Ländern wie Malta, wo sie sich deutschem Recht entziehen. Der Fachverband Glücksspielsucht will dagegen vorgehen und präsentierte am Rande der Sitzung einen juristischen Erfolg. So hat der Verband das in Malta ansässige Unternehmen Tipico erfolgreich abgemahnt, weil sie sich im Stadion des FC Bayern München nicht an die aktuellen Regeln gehalten haben.
Evaluierung des Glückspielstaatsvertrages
Ohne dezidierte Google-Genehmigung ist auch für Affiliates künftig keine Glücksspielwerbung mehr möglich. Auf der Zielseite der Links muss zudem klar ersichtlich sein, um was für eine Art von Angebot es sich handelt. Hinweise auf verantwortungsvolles Spielen werden ebenfalls zur Pflicht. Überzogene Werbeaussagen wie „Sichere Gewinne“ oder „Top-Auszahlung garantiert“ sind nach den neuen Regeln verboten. Zudem darf Werbung unter keinen Umständen gezielt Minderjährige oder Risikospieler ansprechen.
Was sollte sich ändern?
Google wird diese Problematik durch genaue Analysen des Klickverhaltens der User angehen. Google hat angekündigt, dass in einzelnen Märkten strengere Regeln umgesetzt werden könnten. Auch in Deutschland könnte Google sich genötigt sehen, die Werbung für Glücksspiele besonders stark einzuschränken. Die Richtlinien für Glücksspielwerbung in Deutschland werden in den sogenannten Musternebenbestimmungen zum Glücksspielstaatsvertrag 2021 vorgegeben. Somit wäre es nur logisch, wenn Google diese Regeln in Deutschland umsetzen würde. Der Wettanbieter warb mit dem Slogan „Jetzt Wette abgeben“, eine Spielaufforderung, die nicht zulässig ist. Aktuell läuft eine Klage gegen die ebenfalls in Malta ansässige Online-Spielothek SlotMagie.
- Rolle der Glücksspielbehörden (GGL) bei der Werbeaufsicht
- Bußgelder und Sanktionen bei Verstößen gegen Werbeverbote
- Monitoring und Berichtspflichten der Werbetreibenden
- Beschwerdestellen für Verbraucher bei irreführender Werbung
- Jährliche Evaluierung der Werbebeschränkungen durch die Politik
Sie hatte wiederholt vor 21 Uhr auf dem Sender RTL2 für ihr Produkt geworden. Auf die Aufforderung einer Unterlassungserklärung habe SlotMagie nicht reagiert.
Das ist das Problem:
Sodann soll in der Berufungsinstanz zu prüfen sein, ob Wiederholungsgefahr in Bezug auf die Ausstrahlung der Werbespots dadurch bestanden hat, dass diese oder kerngleiche Spots weiterhin ausgestrahlt wurden. Google hat für den 14. April 2025 die Umsetzung neuer Regeln für Glücksspielwerbung angekündigt. Die Regeln werden global gelten, sodass auch die Glücksspielanbieter in Europa und speziell in Deutschland betroffen sind. Die wichtigste Neuerung betrifft die Zertifizierung aller Anbieter, die Werbung für Glücksspiele schalten wollen.
Kinder und Jugendliche schützen
Nur zertifizierte Anbieter werden in Zukunft die Möglichkeit haben, für Online-Casinos, Online-Poker und ähnliche Angebote zu werben. In der Vergangenheit wurde Google häufig kritisiert für den laxen Umgang mit Glücksspielwerbung. In der Theorie waren die Regeln auch bisher schon streng, aber an der Umsetzung hapert es mitunter. Durch die Pflicht zur Neuzertifizierung aller Anbieter, die Werbung für Glücksspiele schalten möchten, sollen Schwarze Schafe aussortiert werden. Auch Affiliate-Unternehmen, die Google Ads nutzen, um Links zu Glücksspielanbietern zu bewerben, werden strengeren Regeln unterworfen. Einige Kanzleien spezialisieren sich bereits auf Prozesse mit Glücksspielanbietern. „Wir haben keine Chancengleichheit“, sagte Ulrich Kemper, Vorstand des FAGS angesichts der „Milliardenumsätze“ der Anbieter.